Bei uns zu Gast von der anderen Seite des Atlantiks – Neon Tiger!

Electric Fabric Podcast: Gast-DJ Neon Tiger

Für unseren April Podcast #068 haben wir uns einen ganz besonderen Gast als Verstärkung geholt: aus den USA begrüßen wir female DJ Neon Tiger, genauer aus Houston, Texas!


Neon Tiger a.k.a. Theresa Klein kann man getrost als musiksüchtig seit ihrer frühen Kindheit bezeichnen, und sie ist nun schon seit einigen Jahren im DJ Geschäft. Zunächst war sie als Promoterin in der Lizard Lounge gestartet und fing kurz danach an aufzulegen. Im Laufe ihrer Karriere spielte sie mit mehreren bekannten DJ-Größen zusammen. Wir wollen Euch die Möglichkeit geben, sie ein bisschen kennenzulernen und haben sie dafür interviewt.

EF: Hallo Theresa, toll dass du unseren Podcast bereicherst! Vielen Dank für deinen Gastmix und im Besonderen für dieses Interview! Für den Start begrüße doch einmal unsere Leser und erzähl uns etwas über dich, über Neon Tiger. Was hat es mit allem auf sich, deinem Style, deinem Namen? Und wie bist du zur elektronischen Musik gekommen?

NT: Hallo und vielen Dank, dass ich für Euch Gast DJ sein darf! Neon Tiger als Name begleitet mich seit 2001, seit ich einen Artikel gelesen habe, in dem beschrieben wurde, was ein Neon Tiger war: eine Person auf einer Party, die den Leuten eher unbekannt war aber ein gutes Gespür dafür hatte, was alle andere so bewegte. Irgendwie fühle ich mich wie ein Neon Tiger, wenn ich Mixe mache oder meine Sets plane. Ich suche nach Sounds, die einzigartig und unbekannt sind, die ich als Künstler repräsentieren möchte. Was meine Erscheinung betrifft, möchte ich nie für „Sex sells“ stehen bzw. diese Art Djane sein. Ich möchte lieber durch die Musik sexy sein und darauf konzentriere ich mich. Und was den Musikstil angeht, da bin ich definitiv ein Mädchen, das es liebt, mit der Musik eine Geschichte zu erzählen, besonders über die Vocals. Normalerweise spiele ich eine breite Range von House, Tech House und Progressive House. Ich war schon immer dafür bekannte, eher aggressiv mit meinem Musikstil zu sein und nicht so weich zu spielen.

EF: Soweit wir wissen, hast du unter anderem schon zusammen mit Marcus Schössow gespielt. Wie kam es dazu und mit welchen anderen internationalen Künstlern hast du schon auf der Bühne gestanden?

NT: Ich hab mal in England gewohnt (Stoke-on-Trent) und mein damaliger Freund hatte damals mit AVA Recordings gearbeitet und mich vielen neuen Künstlern damals vorgestellt (2005-06). Einer von denen war Marcus Schössow. Als ich zurück in die Staaten zog, hatte ich das große Verlangen, meine eigene Partymarke zu promoten, und er war der erste Act, den ich buchen wollte. Dann war er aufstrebend und ich wollte das und generell unbekannte Künstler mit allen teilen… Ich hatte großes Glück, dass so ein Künstler auf meiner allerersten Show performt hat. Ich buchte auch Sied van Riel, Moon & Shane 54 and half dabei mit, die erste Coldharbour Night in Dallas, Texas, zu organisieren.

EF: Wenn man über dich spricht, geht es nicht nur um die Musik sondern auch um deine zweite Leidenschaft – die Mode! In dieser Kombination kann man viele Namen finden wie Neon Tiger Productions, Angelbaby und Violet Groove. Und so wie wir es verstehen, geht’s dabei immer um Mode und Musik. Bitte erzähl uns mehr darüber und erkläre für unsere Leser, wie das alles zusammengehört.

NT: Seit 1999 arbeite ich in gewisser Weise mit der Modeindustrie. Ich habe mich immer schon als eine audiovisuelle Person gesehen. Wenn ich meinen Traum verfolge, entweder Parties oder mich selbst zu promoten, gibt es immer einen speziellen Look, den ich verfolge. Neon Tiger Productions war mein erstes Unternehmen und es war sexy aber mit Klasse. Violet Groove war meine zweite Promotion Firma nachdem ich aus England zurück kam. Es hatte immer so einen düsteren Touch und unter diesem Namen habe ich ein paar tolle „White Parties“ geschmissen, bei denen der Club komplett in Schwarzlicht getaucht war.

EF: Wir haben jetzt schon über Mode, Promotion und DJing gesprochen. Wie sieht’s mit produzieren aus? Hast du Pläne, deine eigene Musik zu produzieren oder gibt’s sogar schon selbst produzierte Sachen?

NT: Nein, ich habe noch nichts selbst produziert. Ich habe aber ständig Ideen und einen bestimmten Song im Kopf, den ich eines Tages gerne produzieren möchte.. sehr inspirierend. Aber im Moment fokussiere ich mich auf ein paar andere Dinge im Leben. Wenn es an der Zeit ist, werde ich mich aufs produzieren konzentrieren. Ich habe da in gewisser Weise ein Commitment mit mir getroffen, dass ich sicher sein will, dass ich die Zeit und Energie habe, mich der Materie zu widmen, denn ich weiß, dass es nicht leicht ist, gute und qualitative Musik zu machen. Wenigstens kenn ich mich mit Logic Pro 10 aus, wenn ich soweit bin. ;)

EF: Wie du eben schon gesagt hast, warst du vor ein paar Jahren in England und hast da eine Weile gelebt. Da bist du doch sicher auch in Berührung mit der UK Danceszene gekommen. Was war der krasseste Eindruck, an den du dich in dieser Hinsicht erinnern kannst?

NT: Am beeindruckendsten war es, zu Global Gathering zu gehen! Der wichtigste Teil davon war, das erste mal Steve Lawler zu hören… er spielte Violet, und dieser Song war so beeinflussend auf mich, dass ich mein nächstes Business „Violet Groove“ genannt habe. Außerdem sollte ich die Cave Raves erwähnen… wir fuhren Stunden um in einen Wald zu gehen und dort einen Käfig vorzufinden, in dem Leute tanzten und ein DJ sie zu Vinyl House Tunes abgehen ließ. Das war eine einmalige Erfahrung!

EF: Kommen wir zurück aus der Vergangenheit und dem hier und jetzt und werfen einen Blick in die Zukunft. Wie sehen deine künftigen Pläne aus? Was kann man von dir erwarten, sowohl in musikalischer Hinsicht als auch was Mode angeht? Und planst du, irgendwann nochmal nach Europa zu kommen?

NT: Um ehrlich zu sein ist die Zukunft im Moment völlig unklar. Was die Musik betrifft, wollte ich immer, dass meine Zeit zum auflegen selten und dafür besonders ist. Von Zeit zu Zeit spiele ich auf ein paar lokalen Events in Houston. Was die Mode betrifft, Arbeit ich im Bereich Innenarchitektur und verkaufe außerdem zeitgenössische Kunst… Ich würde sagen, ich bin sehr inspiriert von der einzigartigen Kunst und Musik, die es auf dieser Welt gibt. So lange ich mich weiterentwickle, wer weiß da schon, was die Zukunft bringt? Europa besuchen – ja! Ich plane schon eine Fortsetzung von Europabesuchen und wenn ich dort leben könnte, wäre das Wahnsinn!

EF: Cool, da wünschen wir doch viel Glück dabei! Vielen Dank nochmal für das Interview und deinen Gastmix und hab eine gute Zeit!

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