Gestatten: Podcast-Gast-DJ Theo Hansen aus Calgary!

Electric Fabric Podcast: Gast-DJ Theo Hansen

Diesen Monat ist mal wieder Bek der Taktgeber im Electric Fabric Podcast! Als Gast-DJ für die zweite Hälfte, hat er dieses Mal Theo Hansen im Gepäck, bekannter DJ aus Calgary/Kanada, den er durch Zufall in der Schlange vorm Watergate in Berlin kennen gelernt hat. Und natürlich musste auch Theo uns parallel zum Podcast-Mix im Interview Rede und Antwort stehen!

EF: Hallo Theo, schön dich als einen unserer Gastmixer beim EF Podcast an Bord zu haben! Als Erstes erzähl unseren Lesern mal, woher kommst du und wie bist du zur elektronischen Musik gekommen?

TH: Hey Leute, ich freu mich sehr beim Podcast dabei zu sein! Ich komme aus Calgary in Kanada, und zu meinem Start in die elektronische Musik habe ich im Prinzip eine zweigeteilte Antwort. Der Einstieg kam 2008, damals noch mit Trance – die “In Search Of Sunrise”-Compilations von Tiesto, und davon abgesehen Above & Beyond und Deadmau5 waren die ersten Inspirationen für mich und haben mich einfach gefesselt. Allerdings dann 2011, kam ich durch meine Reisen ins Ausland an andere Styles der elektronischen Musik (House, Techno und Progressive). Künstler wie Sasha, Sven Väth und die Chemical Brothers waren vor allem verantwortlich, dass ich mich dann langsam in eine andere Richtung entwickelt hatte.

EF: Da du aus Calgary/Kanada kommst, erzähl uns hier in Deutschland mal, wie ist die Club- & Künstlerszene dort drüben?

TH: Da kann ich glatt sagen, wir sind gerade ziemlich auf dem Höhepunkt. So ziemlich alle Styles der elektronischen Musik gehen richtig ab! Gleichzeitig ist aber die Szene für die eher dem Underground zugehörigen Styles noch relativ klein. Meiner Meinung nach das Zentrum von allem in Calgary ist auf jeden Fall das “Habitat”. Ein kleiner Club im Stadtzentrum, der für mich eine echte Zufluchtsstätte für die elektronische Musik ist. Die DJs, die hier schon gespielt haben, haben mich alle beeindruckt – und solche DJs in einem solch kleinen, intimen Club spielen zu sehen ist echt was besonderes.

EF: Du bist einer der Residents des ziemlich bekannten TEN Nightclub in Calgary. Hattest du schon besondere oder interessante Momente mit Headlinern, die dort gespielt haben?

TH: Die tollste Erfahrung im TEN hatte ich ohne Zweifel, als ich das Warmup-Set für Sasha gespielt hatte. Ich finde es immer noch Wahnsinn, dass wir eine solche Legende bei uns hatten, und die Möglichkeit, vor und nach seinem Set ein paar Worte mit ihm zu wechseln ist etwas, dass ich nie vergessen werde. Seitdem ich mit Underground Electronic Music zu tun habe, war und ist er einer der größten Einflüsse und Inspirationen für mich.

EF: Gibt es einen spezifischen Sound, für den der TEN Club besonders steht?

TH: Das TEN bietet eine ziemlich große Bandbreite an Musik, und es scheint ein wenig, dass es immer wieder Schübe an unterschiedlichen Sounds gibt. Besonders die Drum&Bass-Szene war zusammen mit dem Mainstream hier sehr groß. Und dazu kommem immer wieder ganz besondere Künstler (zumindest für mich) vorbei, wie zum Beispiel Matt Lange, UMEK, Sasha und noch ein paar andere.

EF: Unser Resident Bek hat dich diesen Sommer in der Schlange vorm Watergate in Berlin kennen gelernt. Erzähl uns doch mal etwas von deiner Tour durch Europa, wo warst du überall und was hast du bei den verschiedenen Clubnächten erlebt?

TH: Meine Reise diesen Sommer habe ich auf Ibiza begonnen. Gleich in der ersten Woche gab es so viele Erlebnisse, aber um nur einige Highlights zu nennen: John Digweed im Pacha, ANTS im Ushuaia, der 25.Geburtstag vom “Space”, Viva Warriors mit Steve Lawler back2back mit Hot Since 82 und dann noch Circoloco im DC-10. Danach ging’s weiter nach Amsterdam wo ich wahrscheinlich das beste Event erlebt habe, wo ich jemals war – “Lost In A Moment” veranstaltet von der Legende Dixon, das war wirklich spektakulär. Einfach unglaublich mit der Atmosphäre, dem Vibe und natürlich der Musik! Künstler wie David August, The Howling, KiNK, Ame und natürlich Dixon haben mich echt umgehauen.

Weiter nach Berlin, und dort traf ich zufällig diesen deutschen Typen, der mich direkt eingeladen hat, diesen Podcast zu machen! Tresor, Watergate, Weekend – ich hatte das beste Berlin-Erlebnis was man sich wünschen kann…zumindest bis zum nächsten Mal. Zum Schluss meiner Reise war ich dann auf dem “Eastern Electrics” Festival knapp außerhalb von London. Am meisten gehyped war ich für Mano Le Tough und Art Department – und sie haben mich nicht enttäuscht. tINI hatte auch ein brilliantes Set, und die Energie war total ekstatisch. Alles in allem kann ich einfach nur sagen, es war eine fantastische Reise über einen ganzen Monat, und ich werde sie nie vergessen.

EF: Was für Sounds magst du als DJ derzeit?

TH: Ich stehe momentan auf alles von “spaced out”-Techno bis groovigen House. Einige meiner Lieblings-Releases kommen von Labels wie Innervisions, Lost & Found, Phantasy und noch ein paar mehr. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Sounds und neuen Künstlern.

EF: Und sind bereits Gigs in der nahen Zukunft geplant?

TH: Gerade diesen Montag hatte ich das Warm-Up für Dennis Ferrer, das war eine tolle Show. Davon abgesehen sind es derzeit nur die zwei Shows zu Silvester. Zuerst spiele ich ein frühes Set in Edmonton als Opener für Tiesto, danach geht’s direkt zum Flughafen, so dass ich zurück nach Calgary fliegen kann und im Habitat mit einem Special Guest auflegen werde, der aber noch geheim ist. Sowas ist das erste Mal für mich, und ich freu mich sehr drauf!

EF: Vielen Dank für das Interview und deinen Gastmix!